Boxen: Rocco Cipriano besiegt den Slowaken Surina nach Punkten
© Aargauer Zeitung / MLZ; 03.10.2006
Sport Aargau Zeitung
In der Dorfturnhalle Windisch gewinnt der Wohler Rocco Cipriano seinen vierten von fünf Profikämpfen und freut sich ausgelassen.
Marco Rohner
Die Atmosphäre in der Dorfturnhalle hat sich mit dem Beginn des Profikampfes Rocco Cipriano gegen Andrej Surina deutlich intensiviert. Auf der einen Seite der 38-jährige Kickbox-Weltmeister und ehemalige Schweizer Meister der Amateurboxer, auf der anderen der 24-jährige Profiboxer aus der Slowakei Andrej Surina.
Obwohl Surina seinen Gegner an Körpergrösse überragt, dominiert die Taktik den Kampf, nicht einer der Boxer. Die beiden Rechtsausleger (Schlaghand links, Führungshand rechts) irritieren sich in den ersten von sechs Runden gegenseitig. «Ich wusste bis kurz vor dem Kampf kaum etwas über Surina; ausser seinem Kampfrekord war mir weder seine Statur noch sein Aussehen bekannt», sagt Cipriano. Er habe von seinen Trainings mit Sparringspartner Beat Richner profitiert, der ebenfalls Rechtsausleger sei. Nach dem Abtasten in den ersten beiden Runden und dem immer stärker attackierenden Surina sieht sich Cipriano gezwungen, sich einer eher Kickbox-ähnlichen Sprungtechnik zu bedienen, mit der er die Distanz für Konterangriffe vorbereitete. Mehrmals springt der jeweils geschickt nach hinten ausweichende Aargauer auf den Slowaken zu, um seine danach offene Deckung mit Treffern zu bestrafen. Die unkonventionelle Methode ist effektiv. Cipriano gewinnt mit 3:0 nach Entscheid der Punktrichter.
Ciprianos Entschuldigung
Der Kampf verlief fair. Nur einmal kam es zu einer unschönen Szene, als Cipriano sich bei einem Sprung in den Gegner abdrehte und ihn mit dem Ellbogen an der Schulter traf. Für das Versehen entschuldigte er sich beim Gegner im Kabinengang und war nach dem Kampf voll des Lobes. «Surina ist für ein Leichtgewicht enorm gross und trotzdem physisch stark. Aufgrund seiner extremen Reichweite musste ich von weit weg einen Weg zum Kontern finden. Die Sprünge waren nicht schön, aber ich musste etwas tun.» Zum Glück Ciprianos ergriff der Slowake als Erster den Weg aus der Defensive, konnte dies aber nicht zu seinem Vorteil nutzen.
Siege für den BC Brugg holten sich Toni Cerundolo - gegen Peter Reber, den Meister der Deutschschweiz. - und Abazi Mentor gegen Simone Scampuddu aus Lugano. Alex Hediger musste sich gegen den Österreicher Christian Schneider mit einem Unentschieden begnügen, Fabian Kägi verlor gegen Leonardo da Silva. Pascal Stalder (Boxschule Gebenstorf) besiegte den Afroösterreicher Brain Köhn klar durch Abbruch in der zweiten Runde, als der flinke Junior nach mehreren Treffern ins Taumeln geriet.



































