Franco gehörte an der WM in Portugal zu den acht besten Kämpfern der Welt

Als chancenloser Niemand reiste Franco Caruso nach Portugal an die Weltmeisterschaft. Heimgekehrt ist er als fünftbester Amateurkickboxer der Welt.
Der Freiämter wurde zum Favoritenschreck.
«Wenn man nicht topfit ist, startet man nicht an diesem Turnier. Dort gehts richtig zur Sache», sagt Franco Caruso. Es sind die Worte eines Kämpfers, der weiss, wovon er spricht. Vergangene Woche startete der Wohler an der Weltmeisterschaft des WAKO-Verbandes in Portugal. Die Gegner: die Crème de la Crème des Amateur- kampfsports.
Aus Angst wurde Leidenschaft
Ohne grosse Erwartungen und Hoffnungen startete Caruso ins Abenteuer. Im ersten Kampf wartete ein Rumäne im Ring. Nach zwei verhaltenen Runden wurde dem Wohler klar: «Leg den Respekt ab, wach auf oder du gehst unter.» Es war das Startsignal für eine furiose dritte Runde. Fast verzweifelt schlug Caruso auf den Rumänen ein. Die Überraschung folgte: 2:1-Punktsieg für den Freiämter. Der Einzug in den Achtelfinal war perfekt. Die Freude über das unerwartete Weiterkommen verflog beim Freiämter angesichts des nächsten Kontrahenten schnell. Caruso traf auf den ungarischen Meister Hornok Zsolt. Einer der Favoriten auf den Weltmeistertitel. «Er war grösser als ich und seine Schläge noch härter als die des Rumänen», erinnert sich der Wohler.
Der Kampf gegen den Ungarn war bereits Carusos zweiter Fight am gleichen Tag. Wohl war ihm beim Aufeinandertreffen nicht: «Es war der letzte Kampf des Abends und alle schauten zu. Ich hatte ein mulmiges Gefühl und leichte Angst.» Aus Angst wurde Leidenschaft: Der Gong ertönte und Caruso liess los. Er gab alles, brachte den Topkämpfer aus dem Ostblock in Schwierigkeiten und fightete sich in einen Rausch. In Runde zwei hatte er Zsolt bereits im Griff, in Runde drei dominierte er ihn. «Es war eine Schlacht», sagte Caruso sichtlich gekennzeichnet von den harten Schlägen. Die Überraschung war perfekt: Der Freiämter schlug den Titelanwärter und sorgte damit für die Sensation des Turniers.
Fast ausgeknockt und trotzdem «überglücklich»
Caruso sicherte sich den Einzug in die Viertelfinals und gehörte somit zu den acht besten Kämpfern der Welt. Was ihn am zweiten Wettkampftag erwartete, «verdarb ihm fast die Lust», wie er selber sagt: Ein Topfighter aus Kasachstan war Carusos nächster Gegner. «Er ist eine Maschine», sagt der Freiämter voller Respekt. Er sei knallhart und technisch fehlerlos.
Die Befürchtungen bewahrheiteten sich: Sofort musste der Freiämter harte Treffer einstecken. In Runde zwei beging Caruso den grössten Fehler: Er suchte den Schlagabtausch. «Ich wurde auf die Bretter geschickt und angezählt», blickt er zurück. Nach zwei Runden war Schluss. Der Kampf wurde abgebrochen. Caruso beendete die Weltmeisterschaft auf Rang fünf – «überglücklich und total kaputt».






























